Dienstag, 3. Juli 2012

24. Etappe

24. Etappe
Am heutigen Montag ging es von Gillette über Moorcroft, Upton und Osage nach Newcastle. Als erstes wollte ich heute morgen nochmal an einer Tankstelle Luft in meinem Anhängerreifen füllen. Zur Erinnerung der Verkäufer von REI hatte versprochen, dass das an jeder Tankstelle in den USA geht. Leider habe ich bei 4 der 6 Tankstellen in Gillette keine Luft gefunden und beiden anderen zweien waren entweder 50ct oder  1 Dollar nötig. In Moorcroft ging es dann kostenlos.
Ich hatte guten Rückenwind, die Landschaft war recht eintönig, deshalb habe ich nur sehr wenige Fotos. Hier mal wieder was über Züge:
Güterzüge
Kurz nach Gillette kam erst ein Kohlekraftwerk und dann diese Ansammlung von Güterzügen. Es ist schon beeindruckend wenn man mehr als 5 Minuten an einem stehenden Zug entlang fährt.
Wie gesagt der Wind stand gut und so war ich schon nach 2 Stunden im etwa 26 Meilen entfernten Moorcroft. Dort habe ich eine kleine Pizza gegessen und bin dann weiter mit noch besserem Rückenwind nach Upton gefahren. Dieses Dorf bezeichnet sich als das weltbeste, was ich so nicht bestätigen kann. Überhaupt sehe ich hier ziemlich oft Werbung, die ich so nicht erwarte. Ein Motel sollte zum Beispiel immer sauber sein und nicht damit werben. Auch Einschätzung wie bester Service in der Stadt sollte man lieber dem Kunden überlassen.
Ich habe dann auf der Raststätte kurz nach Upton nochmal eine Pause eingelegt.
Raststätte
Danach ging es nach Osage vorbei am ältesten und noch im Betrieb befindlichen Ölfeld der Gegend. Dort wird schon seit 93 Jahren Öl gefördert.
Ölpumpe bei Osage
Irgendwie passt die lange Förderdauer nicht so recht zum Peak-Öl Konzept, allerdings wurden die Förder- und Bohrtechniken in den letzten 100 Jahren erheblich weiter entwickelt. Hier in der Gegend wird jedenfalls immer noch an neuen Förderanlagen gebaut. Daher teile ich den Campingplatz mit Motel auch mit zahlreichen Pipeline-Bauarbeitern - ähnlich wie schon in Diamondville.
In Diamondville, um das noch kurz einzuschieben, habe ich zwei Gründe gegen Obama gehört. Die Pipeline-Bauarbeiter, die auf Wochenbasis für 5-10.000 USD für 70-80 Stunden in einer Woche arbeiten, sind sauer auf Obama, weil er die Keystone XL-Pipeline abgelehnt hat. Angeblich sollten 20 Mrd. USD in einem Jahr verbaut werden, was geschätzten 500.000 Amerikaner und weiteren 500.000 Menschen im Rest der Welt (Multiplikatoreffekt) für ein Jahr Arbeit verschafft hätte. Und die Pazifisten sind sauer auf Obama, weil er a) die Kriege noch nicht beendet hat und b) Frankreich in Libyen mit Waffen unterstützt hat.

Kurz vor Newcastle gab es noch einen Waldbrand, den ich nicht erwartet hatte - also entweder neu oder übersehen. Durch den Einsatz von Helikoptern haben sie den relativ kleinen Brand aber vermutlich bald unter Kontrolle. Hier in Newcastle hat isch der Rauch inzwischen verzogen.
Mein Zelt habe ich heute unbeabsichtigt etwa 15 m von einer Eisenbahnstrecke entfernt aufgebaut. Vermutlich brauche ich also Gehörschutz heute Nacht.
Morgen geht es dann nach 13 Meilen über die Grenze nach South Dakota, Richtung Custer und später zu einem etwas nördlicher liegenden Zeltplatz in der Nähe des Crazy Horse Memorial. Die Strecke morgen wird etwas kürzer werden.
Heute waren es 129.98 km in 5:02:05 also 25.81 km/h. Unterm Strich ging es etwa 500 ft nach unten, so dass eher der Wind und die relativ flache Strecke für die hohe Geschwindigkeit verantwortlich sind.